Martin berichtet: „Wir veröffentlichten „Love Me Do“ am 5. Oktober 1962. Ich versuchte, Reklame dafür zu machen. EMI war keine große Hilfe dabei. Ich war schon immer mit einiger Skepsis behandelt worden, aber als ich bei der monatlichen Zusammenkunft verkündete, dass ich eine Platte von einer Gruppe namens Beatles veröffentlichen würde, lachten sich alle halbtot.

Jemand fragte, ob das wieder einer meiner Tricks sei. Ich teilte ihnen mit, es sei mir ernst. Es sei eine gute Gruppe, von der wir noch viel hören würden. Aber niemand beachtete mich. Sie waren alle zu sehr damit beschäftigt, zu lachen“.

An diesem Punkt zeigen sich der Wert und die Qualität Brian Epsteins. Er kauft eine größere Menge von den Singles, so dass die Platte immerhin Platz 17 in der Verkaufshitparaden erreichte.

Fast sämtliche Pressungen werden nur im Norden Englands verkauft, in London und anderen Städten interessiert sich niemand dafür.

Epstein lässt nicht locker. Mitte Sptember verschafft er den Beatles ihr erstes Interview. Sie treffen Peter Jones vom „Record Mirror“ in seinem Büro in London. Dieser ist jedoch der Meinung, die Beatles seien überregional völlig unbedeutend („a nothing group“).

Epstein sorgt für weitere wichtige Kontakte und vereinbart ein zwei Wochen langes Gastspiel im Star-Club in Hamburg.

 

Drummer Pete Best weiß bis Mitte August 1962 nichts davon, dass ihn Ringo Starr ersetzen wird. Als der erste Tonfilm von den Beatles aufgenommen wird, spielt bereits Ringo Schlagzeug. Ende August filmt „Granada TV“ die Beatles auf der Bühne: Mit dem Lied „Some Other Guy“ sieht man sie im legendären „Cavern“.

Am 11. September wird dann in den Abbey-Road-Studios ihre erste Single aufgenommen. Die Beatles spielen die zwei Eigenkompositionen „Love Me Do“ und „P.S. I Love You“.  

George Martin stimmt letztendlich zu, eigenes Material zu nehmen. Zunächst war er von ihrem Programm gar nicht überzeugt. „Offen gesagt, beeindruckte mich ihr Material nicht, am wenigsten die Eigenkompositionen. Ich dachte, ich müsse nach brauchbaren Liedern suchen und war ziemlich sicher, dass ihre Fähigkeiten als Songschreiber keine Zukunft hätten“.

Schließlich fällt die Entscheidung auf die Lennon/McCartney-Kompositionen „Love Me Do“. Von der Plattenfirma erhalten sie aber keine Unterstützung.

Quelle: u.a. aus „Four Ever, 25 Jahre Beatles“.

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