Sommer 1971. Erst im Juli wird das am 1. August stattfindende „The Concert for Bangla Desh“ angekündigt. Die Einnah-men aus dem Konzert (zwei Auftritte), einem mitgeschnittenen Film und einer 3er-LP-Box (“The Concert For Bangla Desh”, das im Januar 1972 erscheint) sollen den Opfern des pakistanischen Bürgerkriegs zugute kommen. Die Idee, den Flüchtlingen zu helfen, stammt von Ravi Shankar, dessen Vater in Bangladesh geboren wurde.

Die Auseinandersetzungen in der Presse gehen weiter. Weder Paul McCartney noch John Lennon kommen zum Konzert für Bangladesh. 

Nur Ringo Starr folgt der Einladung und erntet, als er „It Don´t Come Easy“ singt, den größten Beifall der Veranstaltung.

Als große Überraschung muss man den Auftritt Bob Dylans bezeichnen. Dylan zeigt sich nach längerer Zeit in der Versenkung erstmals wieder öffentlich auf der Bühne. Er spielt seine älteren und bekannten Lieder wie „A Hard Rain´s Gonna Fall“, I Takes A Lot To Laugh“, „Blowin ´In The Wind“, „Love Minus Zero/No Limit“, „Mr. Tambourine Man” und “Just Like A Woman”. 

Die anderen mitwirkenden Musiker sind nahezu mit denen identisch, die auch auf “All Things Must Pass” mitspielen. So erscheinen Eric Clapton, Klaus Voormann und Billy Preston, zusätzlich treten außer den oben genannten auch noch Leon Russell, Jesse Ed Davies, Jim Keltner und einige andere auf.  

Durch die zwei Konzerte werden knapp eine viertel Million Dollar eingespielt. Als Dank erhalten Shankar und Harrison vom Generalsekretär der Vereinten Nationen, Kurt Waldheim, besondere Auszeich-nungen.

Durch den Film und die LP-Box werden zusammen etwa 8 bis 10 Millionen Dollar eingespielt. Doch das Ergebnis bleibt nicht ohne bitteren Beigeschmack. 

 

George Harrison engagiert sich für diese Sache und ruft verschiedene ihm bekannte Musiker an.

Bis kurz vor dem Konzert ist noch nicht klar, wer diese Freunde sind. Man redet sogar von einer möglichen Beatles-Reunion für diesen guten Zweck, und die Preise für Karten sollen auf dem Schwarzmarkt bis zu 1.000 Dollar erreichen.

 In der Tat hat George seine drei Ex-Kollegen eingeladen. Paul stimmt zu unter der Bedingung, dass die vertragliche Partnerschaft gelöst wird. Im „Melody Maker“ sagt er: „Ich möchte lediglich, dass wir vier zusammenkommen, und ein Abkommen unterschreiben, in dem steht, dass alles vorbei ist.

John will das nicht. Jeder denkt, ich sei der Angreifer, aber das stimmt nicht. Ich will nur aus dem Vertrag raus“.

 

Aufgrund von Schwierigkeiten mit dem Finanzamt werden die Einnahmen auf einem Bankkonto eingefroren, bis die ganze Sache gerichtlich geklärt ist. Allen Klein ist erst nach dem Konzert zur UNICEF gegangen, anstatt dies vorher zu tun. Deshalb zweifelt das Finanzamt an, dass die Einnahmen wirklich nach Bangladesh gehen sollen. Erst in den 80er Jahren erreichen die 8 – 10 Millionen Dollar ihr Ziel. In einer New Yorker Zeitung steht noch zu lesen, dass ein Teil der Einnahmen des Konzerts auf Allen Kleins Bankkonto verschwunden sei.  

Einen Erfolg hat aber das Konzert: Über die Zustände in Indien wird berichtet, und die Öffentlichkeit wird darauf aufmerksam.

 

Quelle: u.a. aus „Four Ever, 25 Jahre Beatles“.

 

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