Die Anfänge der legendärsten Gruppe in der Geschichte der populären Musik lagen in Liverpool, einer Hafenstadt im Nordwesten Englands. Wie viele Städte dieser Art, die von Schiffen aus aller Welt kurz angelaufen werden, um Fracht zu löschen und/oder Passagiere an Land gehen zu lassen, hatte auch Liverpool stets weltoffene Einwohner. Schallplatten aus den USA gelangten über die Läden der Stadt in die Hände junger Einheimischer, die besessen waren vom Rock´n´Roll, der Mischung aus weißer Country-Musik und schwarzem Rhythm and Blues, die Amerika Mitte der 50 er Jahre im Sturm erobert hatte und kurz danach auch in Großbritannien Furore machte.

Doch Kultur, das haben Liverpools Oberen durchaus richtig erkannt, ist ein Wirtschaftszweig, der die darbende Mersey-Gemeinde endgültig aus der Krise führen könnte.

Schon jetzt ist die Mersey-Metropole eine Fremdenverkehrsmetropole, die jedes Jahr Hunderttausende anzieht. Nicht nur Beatles Fans aus allen Ländern der Welt zieht es nach Liverpool.

Je vielfältiger das kulturelle Angebot, so die simple Rechnung, desto höher die Besucherzahlen. Und desto größer der Bedarf an Hotels, Restaurants, Bars, Taxis, Bussen - und eben Arbeitskräften.

Bis 2008 soll nach den Plänen der Verantwortlichen allerdings noch einiges passieren, nicht nur die Ansiedlung weiterer Kulturbetriebe, der Bau einer großen multifunktionalen Veranstaltungsarena, sondern auch die Revitalisierung und Umgestaltung von Problemzonen.

Liverpool heute. „Mit Kultur aus der Krise“ betitelt der Journalist Edgar Klüsener einen Artikel in „SPIEGEL ONLINE“.

Kultur in Liverpool, wundert sich Europa und fragt sich: Was gibt´s denn da überhaupt außer den Beatles, dem Beatles-Museum, dem Beatles-Trail und - hatten wir schon die Beatles erwähnt?

Und doch wird Liverpool 2008 die Kulturhauptstadt Europas sein. In der Tat gibt es in der Gemeinde am Mersey längst ein quirliges Kulturleben.

Über Jahrzehnte hinweg war Liverpool das Synonym für Krise. Das lange Sterben der Hafenstadt hatte bereits in den frühen Fünfzigern begonnen. Zuerst verschwanden die Arbeitsplätze im Hafen, einst der größte Handelshafen Großbritanniens, heute nur noch ein mittelprächtiger Containerhafen. Dann starben die Werften.

Was blieb, waren trostlose, heruntergekommene Arbeiterviertel, eine bankrotte Stadt in Agonie, die der Strukturwandel unvorbereitet getroffen hatte.  Für die Industriestädte Europas wurde Liverpool zum Omen, das die eigene düstere Zukunft andeutete.

Noch heute ist das Bild, das der Rest der Welt sich von der Stadt am Mersey macht, ganz simpel gezeichnet: Beatles, Fußball, Niedergang.

Liverpool, Foto: Harold Krämer

Liverpool will zurück in die Liga groß-artiger europäischer Kultur-Metropolen, gleichrangig mit Barcelona, der deutschen Partnerstadt Köln, mit Amsterdam oder Prag.  

Das ist das ein Ziel, das 2008 verwirklicht werden soll.

 

Quelle: u.a. aus “SPIEGEL ONLINE“.

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