Ein Mann, der eigentlich nie im Rampenlicht der Beatles stand. Doch ohne ihn - so meine Meinung - wären die „Fab Four“ niemals zur erfolgreichsten Band aller Zeiten avanciert. Seine Name: Brian Epstein, am 19.09.1934 in der Anfield Road in Liverpool geboren!

Er widmete sich ihnen völlig. Sehr viele Leute hätten lange vorher aufgegeben, bevor er zu mir (Parlophone) kam.

Er gab ihnen auch Stil. Er war es, der ihnen sagte, wie sie sich zu verhalten hätten, um erfolgreich zu sein.

Er bestand auf der Einheitlichkeit der Haare, und er steckte sie in kragenlose Anzüge, die sie hassten. Ihr Image war ein Teil des ganzen Paketes. Später gingen sie davon ab und entwickelten ihren eigenen Geschmack in der Kleidung und so weiter. Aber Brians Einfluß färbte stark auf sie ab. … Für Brian wurde dann das Leben sehr schwer. Er verlor die Kontrolle. Sein schon immer kompliziertes Privatleben wurde gestört, und er hielt sich mit Pillen in Gang. Schlaftabletten zum Einschlafen, Aufputschpillen am Morgen und so weiter.

Würde er heute noch leben, hätte er es sehr schwer, mit dem Leben fertig zu werden. Das ist die Tragik. Es war unvermeidbar, dass er die Beatles in Kürze verlieren würde. Für ihn hätte das das gleiche bedeutet, als würde er seine Kinder verlieren, seinen Sinn des Lebens.

Wären sie zu ihm gekommen und hätten gesagt, „Brian, wir möchten nicht mehr, dass du uns managst“, hätte ihn das zerstört. Und das ist gar keine Frage, sie wären gekommen.“

Im Oktober 1967 läuft der 5jährige Managervertrag mit Epstein aus. Ähnlich wie Martin äußern sich auch andere Betroffene. Cynthia Lennon stimmt mit Martin vollkommen überein. Paul McCartney sagt Jahre später: „Brians Herrschaft war dabei, zu enden. Am Anfang brauchten wir den Mann mit dem Ford Zodiac, um einen Plattenvertrag zu bekommen und um sicher zu gehen, dass wir die richtige Kleidung trugen und so weiter. Aber im Jahre 1967 war vieles nicht mehr unter seiner Kontrolle.“

Gerry Marsden, dessen Gruppe „Gerry And The Peacemakers“ von Brian gemanagt wurde und den Brian zu großen Erfolgen führte, sagt bezeichnenderweise: „Als Brian starb, hat sich alles schlagartig verändert. Es ist alles zusammengebrochen, und für uns war es das Ende der Erfolgsleiter.

 

 

 

Quelle: u.a. Peter Schuster aus dem Buch „Four Ever“, 25 Jahre Beatles, 1986

Er wird häufig kritisiert. Denn seine mangelnde Geschäftserfahrung führte in mehreren Fällen zu sehr unvorteilhaften Verträgen, so z.B. im Zusammenhang mit der Vermarktung des Namens „Beatles“.

Ähnlich ungünstig waren auch die Film-Verträge. United Artists, die für einen Film der Beatles bis zu 25 % vom Gewinn abzugeben bereit waren, müssen auf Epsteins Vorschlag nur 7,5 % zahlen. Er geht zusätzlich noch die Verpflichtung für drei Filme ein. Nach 15 Jahren gehen außerdem die Filmrechte an den Produzenten Walter Shenson. Angesichts des Erfolgs der Gruppe hätte sich Epstein seiner starken Verhandlungsposition bewusst sein müssen.

Auch die Tantiemen, die die Beatles bis 1966 erhielten, hätten bei mehr Verhandlungsgeschick deutlich höher ausfallen müssen.

Dennoch gehört ihm große Anerkennung. Die Beatles hätten es ohne ihn wahrscheinlich nie geschafft, an einen Plattenvertrag heranzukommen. Ohne seine Beziehungen und sein Engagement hätten sie kaum eine Platte veröffentlichen können. Auch in den Jahren 1963-1967 hat er alles organisiert und kontrolliert.

Er stirbt kurz vor seinem 33. Geburtstag am 27. August 1967 unter mysteriösen Umständen. Ein persönlicher Angestellter ist davon überzeugt, dass er ermordet wurde. Wahrscheinlich handelt es sich aber um einen Unglücksfall. Bereits seit 1966 nimmt er sehr viele Aufputschmittel. Man vermutet, dass er mitten in der Nacht aufwachte und versehentlich eine größere Dosis Schlaftabletten schluckte. An dieser Überdosis stirbt er dann.

Ein guter Bekannter sagt über ihn: „Er war sehr egozentrisch. Er wollte nicht teilen. Er war witzig,

romantisch, empfänglich für alles Schöne, aber er hatte auch sehr viel Kummer in seinem Leben“.

Produzent George Martin, der ihn gut kannte, berichtete in seiner Autobiographie „All You Need Is Ears“ über Epstein: „Ich weiss, dass er nicht zu glücklich in der Schule war, und ich weiss, dass er nie eine wirkliche Beziehung zu einem Mann oder einer Frau hatte. Ich glaube, aus diesen und anderen Gründen, wie seinem erfolglosen Wunsch Schauspieler zu werden, litt er an großen Frustationen in seinem Leben. Diese Frustation endete mit dem Erfolg der Beatles, für den er in großem Maß verantwortlich war. 

 

  

 
 

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