1970 - Das Ende der Beatles

 

„Ich hätte nie die Beatles verlassen, wenn es die anderen nicht auch getan hätten. Es gab keine Möglichkeit, dass wir wieder zusammenkommen würden. Ich war dafür verantwortlich, dass sich die Beatles getrennt haben - tatsächlich war ich der letzte, der zu der Einsicht kam. Ich wollte live auftreten, was uns wieder enger zusammengebracht hätte.“ (Paul McCartney) 

Im April 1970 ist es soweit. Paul McCartney hatte sich lange auf seine Farm zurückge-zogen, um nachzudenken und um eine Solo-LP aufzunehmen. Jetzt verkündet er, dass der die Beatles verlässt.

Im einzelnen geht das folgendermaßen vor sich: Am 2. April bringt der „Evening Standard“ ein Interview, in dem die zugespitzte Lage und der Streit innerhalb der Gruppe deutlich wird. Eine Woche später dementiert der offizielle Beatles Fan Club wieder einmal die seit einiger Zeit in Umlauf gebrachten Gerüchte einer Auflösung der Beatles.

  Am selben Tag (dem 09.04.1970) sieht man McCartney in einem fünfminütigen Film „Maybe I´m Amazed“ fürs Fernsehen singen. Das Lied stammt von seiner neuen LP, die einfach mit „McCartney“ betitelt ist. Vorzeitig erscheint einen Tag später das als Beilage vorgesehene Publicity-Interview Pauls - er stellt die Fragen selbst -, in dem

Paul seine Unabhängigkeit betont und über die Entfremdung der Beatles als Gruppe spricht. Dies wird als seine Erklärung zum Verlassen der Gruppe aufgefasst, und der Londoner „Daily Mirror“ berichtet bereits, dass er die Gruppe verlassen habe.

Noch am gleichen Tag weist Apple diese Vermutungen zurück. Doch schon einen Tag später, an jenem 11. April 1970, berichten die Zeitungen in aller Welt von der Trennung der Gruppe.

Tags darauf gründet Paul seine Gesellschaft McCartney Productions Limited (MPL) und plant als erstes Projekt einen Zeichentrickfilm über „Rupert The Bear“, der erst 1984 als Kurz-Video zur McCartney-Single „We All Stand Together“ erscheint. Nur der offizielle Beatles Fan Club hält noch daran fest, dass die Beatles sich nicht getrennt haben.

 Am 28. April werden die amerikanischen Bezirksleiter der Fan Clubs angewiesen, die angeblichen Gerüchte zu ignorieren. Doch es ist inzwischen allen klar geworden: Die Beatles als Gruppe gibt es nicht mehr. Eine Ära ist zu Ende gegangen. John Lennon sagt in dem „Rolling Stone“-Interview aus dem Jahre 1970 recht treffend: „Ich glaube nicht länger an Mythen, und die Beatles sind zu einem Mythos geworden. Der Traum ist vorbei, und wir müssen wieder zur sogenannten Realität zurückfinden“.

„Jeder hatte seine eigenen unterschied- lichen Ideen. Deshalb brachen wir auseinander.“ (Ringo Starr)

Quelle: Peter Schuster aus dem Buch „Four Ever“, 25 Jahre Beatles, 1986

 

  

 
 

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